Seit Erwerb der Rechte durch Wipertus Rude de Rudenau im Jahre 1286 befindet sich das Anwesen lückenlos im Besitz der Familie Rüdt von Collenberg und ihrer Nachkommen.

Im Laufe der inzwischen über 700-jährigen Geschichte waren die Burg- und Schlossanlage gleichermaßen kriegerischen Auseinandersetzung wie wirtschaftlichen Verwerfungen ausgesetzt.

Die entscheidenden Schlachten wurden - oftmals gewiss ohne bewusste Wahrnehmung - immer auch in der Auseinadersetzung mit dem jeweiligen Zeitgeist und seinen Strömungen geschlagen. Mit zunehmendem Abstand zur Entstehungszeit stellte sich die Frage nach dem Selbstverständnis einer Familie, deren Herkunft in mittelalterlichen, hierarchischen, autoritären und stark kirchlich mitgeprägten Gepflogenheiten wurzelt, immer unüberhörbarer.

Heute, am Anfang des 21. Jahrhunderts, schreitet auf dem Hintergrund einer demokratischen Grundordnung die gesellschaftliche Vereinnahmung aller Lebensbereiche fort. Heutige Lebensformen, gesellschaftliche Nivellierungen und das nahezu grenzenlose Namensrecht schwächen Zugehörigkeiten, die in den vergangenen Jahrhunderten von Namensträgerschaften und örtlicher Verwurzelung geprägt waren.

Immer unüberhörbarer stellt sich die Frage nach der Kraft eines Familienbegriffs als ursprünglich tragendes Identifizierungsmerkmal für die nachhaltige Sicherung eines sich wirtschaftlich nicht selbst tragenden, traditionsbelasteten Familienbesitzes.

Die Antwort wird durch die Tatsache erschwert, dass die ursprünglich sehr umfangreichen land- und forstwirtschaftllichen Liegenschaften als tragendes wirtschaftliches Rückrat nahezu restlos im Strudel der Geschichte abhanden gekommen sind.

1985 haben sich die Familieneigentümer in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zusammengeschlossen. Deren Aufgabe besteht darin, das Anwesen in seiner heutigen Form und Größe tunlichst aus eigener Kraft zu erhalten.

Dieser weitsichtige Schritt hat in den vergangenen 25 Jahren enormes Engagement und Tatkraft ausgelöst. Die Verteilung der Erhaltungs-Last auf viele Schultern hat bewirkt, dass die gesamte Anlage weitgehend restauriert, saniert und modernisiert werden konnte.